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April 2018: Haben wir ein Glück

Oft stehen wir beschämt vor den echten „Helden des Alltags“, meist Frauen, die tatsächlich einen Unterschied machen, ganz still, unermüdlich, mit viel Liebe und unerschütterlichem Durchhaltevermögen. Sie säen kleine Hoffnungssamen in einem trostlosen, vermeintlich verlorenen Umfeld. Sie fangen die Kinder auf, wenn sich niemand mehr kümmert, lesen sie buchstäblich von der Straße, trösten sie, ernähren sie und geben ihnen Liebe, Kraft, Werte und Bildung mit auf den Weg. Wir haben das Glück, durch unseren Verein, diese erstaunlichen Menschen kennen zu lernen. 

Haben wir ein Glück

Gerade haben wir wieder zwei Stars im Township Khayelitsha kennengelernt (eines der größten Townships Südafrikas, mit ca. 1,5 Mio Einwohnern).

Mit unserem Projekt Heaven on Earth, es geht um frühkindliche Erziehung, kamen wir in eine heruntergekommene Schule, um unsere Lehrbücher abzuliefern.

Dort trafen wir Quentin, den Schuldirektor. Längst in Rente wurde er von der Regierung im November 2017 beauftragt, die Schule bis Januar für das neue Schuljahr wieder startklar zu machen.

Die Regierung hatte aber übersehen, dass nicht alle Kinder mit in die neue Schule umziehen konnten. Zurück blieben ca. 800 Kinder, die leider keinen Schulplatz hatten.

Quentin, auch als Mr.Fixer bekannt, sollte nun innerhalb von zwei Monaten (wohlgemerkt in den Schulferien) Lehrer akquirieren, Mobiliar besorgen und das total heruntergekommene Gebäude zum Laufen bringen. Fast ein Ding der Unmöglichkeit,denn in Deutschland würde dieses Gebäude eigentlich nur noch abgerissen.

Doch Quentin wäre nicht Mr.Fixer, wenn er das Unmögliche nicht schaffen würde.

Bei unserem Besuch trafen wir auf einen funktionierenden Schulbetrieb. Mit unendlich viel Liebe und Improvisationstalent werden in der Essenhout Primary School nun alle übriggebliebenen Kinder unterrichtet.

Quentin überblickt das große Ganze und übersieht dabei auch nicht die kleinen Einzelschicksale, z.B. den Jungen, der immer wieder aus Kapazitätsgründen von vielen Schulen abgewiesen wurde und deshalb nie eine Schule von innen gesehen hat. Jetzt endlich, mit 12 Jahren, sitzt er in der ersten Klasse und darf lernen.

Die Schule ist ein einziges Provisorium, fast eine Ruine und es gibt keine Telefonleitung. Es wird alles per Handy erledigt. Die einzige Kopiermaschine wurde geliehen. Ee gibt kaum Papier, Kreide oder Unterrichtsmaterial. Es fehlt an Allem und es bröckelt, staubt und wackelt. Manche Klassen haben eine Klassenstärke von 63 Kindern.

Es gibt eigentlich gar nichts, außer einem alten, verstimmten Klavier. „Singen ist wichtig für die Kinder“ sagt Quentin, selbst auch Opernsänger, denn „es stärkt das Selbstbewusstsein, die Disziplin und das Zusammengehörigkeitsgefühl“.

Außerdem gibt es ganz viel Hoffnung, Kraft und Liebe, getrieben von einem aussergewöhnlichen Mann und seinem Team, den genauso ambitionierten Lehrern, die einen Unterschied machen wollen für die Kinder, die selbst von der Regierung im Stich gelassen wurden.

In diesem Geist, in dieser Energie möchte man aufwachsen, ungeachtet der äusseren Bedingungen.

Als wir wieder gehen, begleitet uns das Schmettern des Chors und die Töne des leicht verstimmten Klaviers und unsere Herzen sind trotz allem leicht, weil wir wissen die Kinder sind gut aufgehoben.

Uns lehren diese herausragenden Menschen immer wieder Dankbarkeit. Sie zeigen uns, worauf es im Leben wirklich ankommt!

Am gleichen Tag führt uns unser Weg und die Heaven on Earth Lernbücher in das Projekt Baphumelele. Davon berichten wir demnächst!